App für mehr Gehaltstransparenz

Hallo Herr G.. Das ist eine durchaus interessante Idee und wir freuen uns über den Hinweis. Aber ich denke Ihr Gefühl ist völlig richtig. Abgesehen von der doch eher „dünnen Datenlage“ speziell in Ihrer Region und für genau Ihre Branche halten wir das Argument „die anderen verdienen aber mehr“ für keine gute Grundlage für ein Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten über eine Gehaltserhöhung.

Nein. Bleiben Sie lieber bei Fakten, die Sie selbst betreffen.

  • Sie haben nachweisbare Erfolge erzielt?
  • z.B. im Vertrieb

  • Sie haben Verantwortung übernommen?
  • z.B. für ein Projekt

  • Sie haben Kosten eingespart?
  • z.B. im Einkauf oder mit einer Idee

  • Sie haben eine zusätzliche Qualifikation erreicht?
  • z.B. Experten-Wissen

    Das alles sind Argumente, denen sich Ihr Vorgesetzter
    schlecht entziehen kann. Womöglich kommt er dann mit dem Einwand „die anderen verdienen aber…“. Aber auch für ihn ist das ein schlechtes Argument.  

    Bereiten Sie sich gut vor auf das Gespräch und nutzen Sie idealerweise einen passenden Zeitpunkt. Z.B. wenn Sie gerade ein Projekt „gerettet“ oder kurz nachdem Sie einen wichtigen Kunden gewonnen haben. Auch das jährliche Mitarbeitergespräch ist dafür eine gute Gelegenheit. Häufig sogar die beste Möglichkeit, da Sie ein positives Feedback zu Ihrer Arbeitsleistung gleich als guten Einstieg verwenden können.

    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

    Warum rufen Sie auch meinen Kollegen an?

    Hallo Herr D., in der Tat wirkt das manchmal auf Außenstehende etwas beliebig. Das hat jedoch damit zu tun, dass wir immer häufiger beauftragt werden für Positionen, die keine Führungsverantwortung beinhalten. Bei vielen Führungspositionen gibt es meistens nicht mehr als 1-2 mögliche Ansprechpartner in einem Unternehmen. Im Top-Management gibt es häufig nicht mehr als 10 – 20 Ansprechpartner deutschlandweit. Bei gängigen Ausbildungsberufen dagegen gibt es für gewöhnlich größere Teams.

    Und hier beginnen unsere „Probleme“. Rein statistisch sind zwischen 20 % – 35 % der Mitarbeiter eines Unternehmens grundsätzlich wechselwillig. Wir wissen allerdings nicht, wer von Ihnen das genau ist.

    Würden wir nun also nur genau SIE ansprechen und Sie haben – aus welchen Gründen auch immer – kein Interesse an einem Wechsel…wie könnten wir dann unseren Auftrag erfüllen?

    Wie kommen Sie auf mich?

    Das „große Geheimnis“ ist häufig gar kein großes Geheimnis. Wir bedienen uns üblicherweise allgemein zugänglicher Quellen. Das betrifft z.B. einschlägige Lebenslaufdatenbanken (z.B. XING, LinkedIN, Experteer etc.), aber auch Publikationen aller Art im Internet (z.B. Presseartikel, Referenzen, Handelsregister etc.), sowie offline Zeitschriften, Zeitungen und Broschüren.
    Wenn Sie es genau wissen möchten, googeln Sie einfach mal Ihren Namen.

    Warum senden Sie Mails nur an meine private Mailadresse?

    Wir sind um größtmögliche Diskretion bemüht. Grundsätzlich ist das Gespräch zwischen uns in der Funktion des Personalberaters und Ihnen als möglicher Kandidat ein privates Gespräch. Ihre berufliche Mailadresse dagegen ist nicht privat. Auch wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen eine private Nutzung ausdrücklich erlaubt – wovor sich viele Arbeitgeber aus datenschutzrechtlichen Gründen drücken – , kann sowohl der Administrator wie auch ggf. weitere Mitarbeiter Einsicht in Ihren Mail-Account nehmen. Rechtlich ist dies an enge Vorgaben gebunden und die Einsichtnahme in ausdrücklich erkennbare private Mails ist grundsätzlich verboten. Die Datenschutzskandale der letzten Jahre und eine hohe Anzahl an Gerichtsprozessen zeigen jedoch, dass hier die Gesetze gerne „sehr flexibel“ ausgelegt oder schlichtweg nicht beachtet werden.

    Einige Arbeitgeber überwachen auch gezielt Internetaktivitäten am Arbeitsplatz um unerlaubte Handlungen zu ermitteln. Und wann immer Sie einer Netzwerkumgebung angeschlossen sind, müssen Sie sich bewusst sein, dass das Risiko ungewollter Zugriffe auf Ihre Nutzungsdaten besteht.

    Im Ernstfall müssten Sie Ihrem Kollegen, dem Administrator oder einem Vorgesetzten erstmal beweisen, dass er unberechtigt Ihre Mails gelesen hat.

    „Vorsicht ist die Mutter der Porzellan-Kiste“ sagt der Volksmund. Zu Ihrem und zu unserem Schutz halten wir unseren Kontakt so privat wie nur möglich. Kostenlose Mail-Accounts gibt es bei vielen Anbietern (gmx, google, web, t-online). Das Anlegen eines kostenlosen Accounts dauert nur wenige Minuten. Und nur so können Sie sicher sein, dass Privates auch wirklich privat bleibt.

    Testet mein Chef vielleicht nur meine Loyalität?

    Lieber Herr M., tatsächlich fragen sich das einige angesprochene Kandidaten, die wenig Erfahrung mit Headuntern haben. Ich frage mich diesbezüglich jedoch vor allem: Wie kommen Sie darauf, dass Ihr Unternehmen / Ihr/e Vorgesetzte/r so handeln würde? Und mit welchem Ziel?

    Halten Sie Ihre/n Vorgesetzte/n tatsächlich für so eine „linke Bazille“, der/die Sie reinlegen möchte? Mit dem Ziel Sie zu kündigen?
    In dem Fall würde ich mir an Ihrer Stelle sehr genau überlegen, wie lange ich für so einen Chef noch würde tätig sein wollen 😉

    Aber mal im Ernst: Ganz ohne Test kann ich statistisch aussagen, dass zwischen 20% – 35 % der Mitarbeiter eines Unternehmens latent bereit sind das Unternehmen zu verlassen. Überproportional vertreten sind dabei besonders erfolgreiche Mitarbeiter und Führungskräfte. Das liegt daran, dass genau diese Menschen ehrgeizig sind und insbesondere Führungskräfte und solche Mitarbeiter, die Führungskräfte werden möchten, ihre Karriere aktiv im Blick haben. Ist eine Weiterentwicklung im derzeitigen Unternehmen mittelfristig nicht möglich, – wechseln sie früher oder später.

    Würde ein Unternehmen insofern tatsächlich „Loyalität“ erfragen vor dem Hintergrund „illoyale“ Mitarbeiter zu kündigen, würde es daraus folgend vor dem Problem stehen, sich in kurzer Zeit von ca. 20 – 35% seiner Belegschaft trennen zu müssen. Vielfach darunter Leistungsträger des Unternehmens.

    Fraglich ist darüber hinaus, ob „Loyalität“ überhaupt an dem Merkmal „Ausschluss einer Kündigung“ festgemacht werden kann. Denn Sie würden langfristig auf vieles verzichten. Ein Wechsel zur richtigen Zeit fördert Ihre berufliche Kompetenz, erhöht Ihr Gehalt und pusht Ihre Karriere.

    Andererseits gibt es kein Unternehmen, das ALLEN seinen Mitarbeitern immer und ewig ausreichend Entwicklungsperspektiven und Karrieremöglichkeiten bieten kann. Und – gerade vor dem Aspekt der kommenden Digitalisierung – ist doch sehr fraglich, welches Unternehmen überhaupt noch Ihnen bis an Ihr Lebensende einen Arbeitsplatz garantieren kann?

    Würde Ihr Arbeitgeber also tatsächlich erwarten, dass Sie Ihren gesamten beruflichen Zyklus, Ihre Entwicklungsmöglichkeiten und Ihre Karriere lebenslänglich – auch zu Ihrem persönlichen Nachteil – in seine Dienste stellen?

    Wir zumindest verstehen Loyalität anders. Bringen Sie Verbesserungsvorschläge ein, engagieren sie sich für das positive Image Ihres Unternehmens, tun Sie vielleicht immer ein wenig mehr als dass was von Ihnen erwartet wird. Dann hat Ihr Chef ganz sicher keinen Grund eine Art „Treue-Test“ zu veranstalten. Ein Projekt, das ein seriöser Headhunter sowieso niemals machen würde.

    Wie reagiere ich am besten, wenn ich nicht ungestört mit einem Headhunter sprechen kann?

    Wir bemühen uns um größtmögliche Diskretion. Wenn Sie gerade nicht sprechen können ist es unserer Erfahrung nach am besten einen Rückruf anzubieten: Z.B.: „Ich rufe Sie in 1 Stunde zurück. Bitte geben Sie mir eine Rückrufnummer.“ Alternativ ist ebenfalls eher unauffällig, wenn Sie um einen späteren Rückruf bitten: z.B. „Bitte erreichen Sie mich um 16:00 Uhr unter meiner mobilen Telefonnummer 0176/…..“. Alternativ „…unter meiner Durchwahl …“

    Bleiben Sie einfach so natürlich wie möglich. Überlegen Sie, wie Sie mit Kunden, Kollegen oder privaten Ansprechpartnern umgehen, die zu einem ungünstigen Moment anrufen. Einen Rückruf anzubieten ist durchaus üblich und wird Sie somit nicht in Verlegenheit bringen vor den Kollegen.

    Möglich ist es natürlich auch die Mailadresse zu erfragen, um z.B. Terminvorschläge für ein ruhiges Gespräch per Mail zu übermitteln. Der Vorteil der Mailadresse ist zusätzlich, dass Sie vorab im Internet nachschauen können, wer genau Sie angerufen hat. Natürlich können Sie auch direkt nach der Adresse der Webseite fragen. Dort finden Sie sicherlich immer eine Telefonnummer.

    Bleiben Sie in jedem Fall freundlich und verbindlich. Genau so, wie Sie (hoffentlich) auch mit Ihren Kunden umgehen. Damit erregen Sie möglichst wenig Aufsehen im Kollegenkreis.

     

    Lohnt sich ein Wechsel für mich auch wenn ich keine Karriere anstrebe?

    Generell lässt sich das schwerlich beantworten. Es gilt die richtige Balance zu finden. Wer alle 2 -3 Jahre wechselt gilt schnell als „Job-Hopper“ und wird – insbesondere auch von Personalberatern – nicht weiter berücksichtigt. Andererseits wer zu viele Jahre beim selben Arbeitgeber verbringt, womöglich noch in immer derselben Position, gilt als unflexibel und wird ebenfalls nicht weiter berücksichtigt. Also: Planen Sie Ihre berufliche Laufbahn sinnvoll.

    Globalisierung, (Massen)-Entlassungen, Wirtschaftskrise und jetzt reden wir auch endlich über die Digitalisierung und „Industrie 4.0“. Sicher ist nur, dass (fast) nichts mehr sicher ist.
    Ziemlich sicher aber ist, dass es ziemlich riskant ist, sich in einem Job in einem Unternehmen einzurichten und zu hoffen, dass es „schon gut geht“.

    Selbst wenn Sie keine größere Karriere anstreben kann ein Wechsel zu einem anderen Unternehmen – in größeren Abständen – sinnvoll sein. So erhalten Sie neue Impulse, neue Strategien, erlernen ggf. neue Techniken. Das ist zum einen richtig gut für Ihre persönliche Entwicklung. Zum anderen zeigen Sie damit, dass Sie flexibel sind und bereit und fähig neue Dinge zu erlernen.